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Kakaobohne, Superfood

Kakao - „Speise der Götter“

December 09, 20255 min read

Eine Pflanze, die älter ist als die Maya – und die Fantasie jeder Schokoladenwerbung übertrifft

Es gibt Lebensmittel, die man essen kann. Und dann gibt es Lebensmittel, die eine Geschichte erzählen. Kakao gehört zur zweiten Kategorie. Er ist nicht nur Süßigkeit oder Dessert. Kakao ist eines der ältesten Kulturgüter der Menschheit, ein fermentierter Schatz, der Könige nährte, Krieger stärkte, Rituale trug und bis heute Heilkundler fasziniert.

Und je mehr man über Kakao erfährt, desto klarer wird: Wir modernen Menschen sollten ihn eigentlich wieder viel öfter trinken – und zwar so, wie er gedacht war.

Der Ursprung des Kakaos reicht mindestens 5300 Jahre zurück. Archäologische Funde aus Ecuador zeigen Rückstände von Theobroma cacao in Gefäßen der Mayo-Chinchipe-Kultur – lange bevor die Maya und Azteken auftauchten.

Der botanische Name selbst ist schon ein Statement: Theobroma cacao – die Speise der Götter.

Carl von Linné gab der Pflanze 1753 diesen Namen, in tiefer Anerkennung dafür, welche Bedeutung Kakao seit Jahrtausenden hatte.

Er war heilig. Er war Währung. Er war Medizin. Und er war immer ein ganz besonderes Getränk.

Die Kunst der Fermentation – wo Kakao erst zu Kakao wird

Frisch aus der Frucht schmeckt die Kakaobohne bitter, herb, unentwickelt. Ohne einen entscheidenden Schritt gäbe es weder Schokolade noch den Duft, den jeder von uns kennt: Fermentation. Die Bohnen werden zusammen mit dem süßen Fruchtmus in Holzkisten oder Bananenblättern gelagert. Dann sterten Hefen den Prozess, Milchsäure- und Essigsäurebakterien übernehmen. Es entstehen Temperaturen bis 50 Grad ganz natürlich und in der Kakaobohne verändert sich alles. Polyphenole und Bitterstoffe werden ab- und umgebaut. Das Aromagerüst entsteht – erst jetzt wird die Bohne zum „Kakao“.

Aus einem herben Samen wird ein duftender, komplexer Rohstoff. Kakao ist also ein fermentiertes Lebensmittel – wie Kombucha, Sauerteig, Joghurt. Nur vieeeeeel aromatischer.

Kakao in der Antike – bitter, würzig, schaumig und voller Bedeutung

Wer glaubt, Kakao sei früher warm und süß gewesen, liegt komplett daneben. Maya und Azteken tranken ihren Kakao bitter, ungesüßt, mit Chili oder Pfeffer und manchmal mit Mais, Vanille oder Achiote. Kakao wurde hoch und tief gegossen, um Schaum zu erzeugen. Je mehr Schaum, desto wertvoller das Getränk.

Und er war einfach überall:

• bei Hochzeiten

• bei Bestattungen

• bei Geburten

• als Opfergabe

• als Energiegabe für Krieger

• als Heilmittel

Der Wert war messbar: Kakaobohnen dienten als Währung. 100 Bohnen konnten ein Truthahn kaufen. Eine Bohne reichte für ein Tamale. Kakao war Nahrung, Medizin, Ritual und bedeutete Macht.

Was in Kakao steckt – und warum der Körper so stark darauf reagiert

Kakao ist ein Biochemie-Baukasten. Und er ist naturbelassen eines der komplexesten pflanzlichen Lebensmittel überhaupt. Er kann viel mehr als nur gut schmecken:

Seine Flavanole und Polyphenole verbessern nachweislich die Gefäßfunktion, wirken antioxidativ, beruhigen stille Entzündungen und machen unsere Zellen wieder empfindlicher für Insulin. Dazu kommt Theobromin, das wirkt mild anregend, stimmungshebend, gefäßerweiternd und ist eine super Alternative zum Kaffee da die Wirkung von Theobromin sanfter als Koffein ist undauch noch länger anhält….Perfekt, oder? Kakao gehört zu den besten Pflanzlichen Magnesiumquellen überhaupt und wenn man den Blutproben glauben darf , dann haben wir da (fast)alle einen Mangel. Die im Kakao gefundenen Stoffe Tryptophan & Anandamid sind Bausteine für unsere Neurotransmitter, beeinflussen also unsere Laune und unsere Stressresistenz. Die im Kakao vorkommenden Polyphenole wirken sogar präbiotisch: Sie füttern gute Darmbakterien wie Bifidobakterien und fördern eine gesündere Darmflora. Eisen, Zink, Kupfer sind Spurenelemente die auch oft im Mangel sind beim „modernen Mensch“….Und die Kakaobohne hat’s. Reichlich.

Warum Kakao gerade heute ein unterschätztes „Health-Food“ ist

Wir leben in einer Welt, die unseren Körper ständig stresst.

Chronischer Stress, hektische Ernährung, Schlafmangel, Insulinresistenz, stille Entzündungen – genau hier spielt Kakao seine Stärken aus.

Anti-Stress-Effekt

Magnesium + Theobromin + Polyphenole = weniger Stresshormone, bessere Regulation.

Gesündere Gefäße

Kakao-Flavanole steigern die Stickoxidproduktion, sodass Gefäße sich entspannen können. Das wirkt wie internes „Gefäßtraining“.

Entzündungshemmung

Polyphenole wirken auf entzündliche Signalwege – wichtig für Herz, Darm, Stoffwechsel und Gehirn.

Darmgesundheit

Kakao unterstützt wachstumsfördernde Bakterien, was sich positiv auf Verdauung, Immunsystem und Stoffwechsel auswirkt.

Mentaler Fokus

Studien zeigen: Kakao verbessert die Durchblutung im Gehirn. Konzentration, Aufmerksamkeit und mentale Energie profitieren.

Kakao ist also nicht nur „Treat“, sondern ein funktionelles Lebensmittel, das moderne Lebensstilprobleme auf natürliche Weise abfedert - wenn man es konsumiert….natürlich nicht die Kaba-Variante mit Zucker oder Süßstoff drin.

Kakao-Rezept

Wenn du Kakao heute trinken willst wie die alten Kulturen – und gleichzeitig seine gesundheitlichen Effekte nutzen möchtest – nimm:

• 1–2 TL 100% Kakao ( am besten selbst gemahlen aus Kakao-Nibs) Ich nehm (Vorsicht Werbung ❗️) diese Kakaonibs .

• Heißes Wasser

• Eine winzige Prise Chili oder Pfeffer (authentisch und stoffwechselaktiv)

• Vanille oder etwas Zimt, wenn Du magst

• umrühren, stehen lassen und trinken.....mmmmh...... himmlisch

Je weniger verarbeitet, desto besser die Wirkung.

Rohkakao (frisch mahlen) hat die höchste Polyphenoldichte, Backkakao ist ebenfalls völlig okay.

Quellen

Zarrillo et al., PNAS 2018 – Frühester Kakao-Nachweis aus Ecuador. https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1716530115

Encyclopaedia Britannica – Theobroma cacao https://www.britannica.com/plant/cacao

Afoakwa, E. – Kakaofermentation, Food Research International https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0963996915000643

Coe & Coe – The True History of Chocolate. https://www.jstor.org/stable/24953912

Katz et al., Journal of Nutrition – Health effects of cocoa flavanols https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4696435/

Socci et al., Frontiers in Nutrition – Cocoa and cognition https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3695226/

Tzounis et al. – Cocoa and the gut microbiome https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23413822/

Nature Communications – Flavanole und Blutdruck https://www.nature.com/articles/s41467-020-19018-3

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Eva Gröne

Eva ist seit über 25 Jahren Apothekerin und Ernährungsprofi.Sie verbindet wissenschaftliche Präzision mit praktischer Erfahrung und zeigt, wie man durch bewusstes Essen den eigenen Körper verstehen und stärken kann. In ihrer Arbeit begleitet sie Menschen, die ihre Ernährung als Schlüssel zu mehr Gesundheit und Klarheit nutzen wollen.

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