
Wir kennen Rosmarin als das Kraut, das man über Ofenkartoffeln streut oder auf einen Braten legt. Italienurlaub ebent. Und gleichzeitig wächst dieses Kraut bei uns – zumindest hier im milden Westen und Süden Deutschlands – völlig problemlos im Garten oder auf dem Balkon. Was dabei völlig untergeht: Rosmarin ist nicht nur ein Küchenkraut. Er ist ein echtes Immun- und Winterkraut, ein Pflanzenkraftwerk, das seit Jahrhunderten in der Heilkunde genutzt wird. Und viele seiner Effekte funktionieren schon nur durchs riechen. Gerade jetzt, wenn draußen Viren und Kälte wüten, ist Rosmarin eines simpelsten Dinge, die man in seine tägliche Routine einbauen kann.
Wenn wir Rosmarin verwenden, dann meist so:
Ein paar Zweige auf Schafskäse, ein bisschen auf den Braten, vielleicht in die Kartoffeln. Fertig.
Aber Rosmarin kann:
• Fresszellen aktivieren
• Atemwege befreien
• Konzentration steigern
• Stimmung heben
• Entzündungen senken
• Viren und Bakterien hemmen
• die Verdauung ankurbeln
• die Haut durchbluten
• und uns in der Winterzeit richtig gut schützen
Viele dieser Wirkungen entstehen durch die drei Schlüsselstoffe 1,8-Cineol, α-Pinen und Carnosolsäure. Und das Faszinierendste: Ein Teil davon passiert einfach durchs Einatmen. Rosmarin gehört zu den Kräutern, die das Immunsystem schon aktivieren, wenn man sie nur riecht…
Rosmarin enthält flüchtige Moleküle, die direkt über die Nase ins limbische System gelangen und dort Immun- und Stressreaktionen beeinflussen.
Studien zeigen, was Rosmarin alles kann:
• Aktivierung von Makrophagen (Fresszellen)
• erhöhte Phagozytoseleistung (effizienteres „Aufräumen“ von Erregern)
• Hemmung von Viren und Bakterien
• schnellere Schleimlösung in den Atemwegen
Es ist also kein esoterisches Konzept, sondern Biochemie: Rosmarin-Duft macht Abwehrzellen munter. Der Effekt ist messbar – und ideal für die Winterzeit, in der die Schleimhäute oft träge und gereizt sind.
Das enthaltene 1,8-Cineol ist so wirksam, dass es sogar in Medikamenten bei Atemwegsinfekten verwendet wird.
Rosmarin kann:
• Bronchien erweitern
• Schleim lösen
• die Zilienbewegung auf den Schleimhäuten aktivieren
• Sauerstoffaufnahme verbessern
• virale Entzündung hemmen
Man kriegt also wieder viel besser Luft! Einfach ein TL davon in heißes Wasser legen und den Dampf inhalieren oder trinken. Gerade im Winter ein echtes Geschenk.
Du kannst Rosmarin auf drei einfache Arten täglich nutzen:
Als Tee oder heißer Aufguss
Kleine Tasse am Morgen. Wach. Klar. Durchblutet.
Als Duft (Diffusor oder frische Zweige)
Bei Müdigkeit, bei viel Bildschirmarbeit, vor sportlicher Belastung – oder wenn du das Gefühl hast, die Nase wird dicht.
In der Körperpflege zeigt Rosmarin eine andere, fast luxuriöse Seite. Wer einmal ein Rosmarin-Salzpeeling ausprobiert hat, versteht sofort, warum dieses Kraut seit Jahrhunderten in Salben und Tinkturen verwendet wurde. Die Kombination aus Wärme, Duft und sanfter Durchblutungsförderung macht die Haut weich und lebendig. Besonders im Winter, wenn trockene Heizungsluft die Haut müde aussehen lässt, ist so ein PeelingWellness zuhause.
Rezept:
2 EL feines Salz
2 EL gröberes Salz
1 TL Kokosfettl
1 TL fein gehackter frischer Rosmarin (oder ein Tropfen ätherisches Öl)
Frischen Rosmarin im Mixer fein mixen, Kokosfett und grobes Salz dazu, weitertermixen, mit feinem Salz vermischen, fertig. Auf feuchte Haut auftragen, einmassieren und abspülen.
Perfekt bei wintertrockener Haut und kalten Händen.
Neben der Immunwirkung hat Rosmarin einen bemerkenswerten Effekt auf die Psyche:
• verbessert Aufmerksamkeit
• erhöht Gedächtnisleistung
• steigert Reaktionsgeschwindigkeit
• wirkt leicht stimmungsaufhellend
Das passiert über den Botenstoff Acetylcholin, der durch Rosmarin länger wirksam bleibt. Für den Winter – mit dunklen Tagen, Müdigkeit und fehlender Sonne – ein wunderbarer Nebeneffekt.
Rosmarin ist eines der antioxidationsstärksten Kräuter überhaupt. Zusätzlich ist es antiviral und entzündungshemmend. Die enthaltenen Stoffe schützen Zellen, Mitochondrien, Schleimhäute, Haut und Leber. Rosmarin ist überall, robust, riecht gut – und ist ein kleines Wundermittel.
Geh' in den Garten und probiere es aus!
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Quellen
Rosmarinextrakt und Makrophagenaktivierung https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24952741/
Carnosic Acid antiviral gegen Influenza https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26665812/
Rosmarin und Gedächtnisleistung https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20359267/
Ätherische Öle und Atemwege (1,8-Cineol) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20377129/
Antioxidative Wirkung von Rosmarinextrakt https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23107709/
Verdauungsfördernde Effekte https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22293259/
