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Curcuma Knolle und Pulver. Hilfreich bei Entzündungen, Diabetes, Wechseljahren, Abnehmen,

Kurkuma. Die Inder wissen halt was gut ist. Seit Jahrtausenden.

December 01, 202510 min read

Kurkuma – das einfache Gewürz, das stillen Entzündungen den Kampf ansagt

Dieses leuchtend gelbe Pulver, das neben dem Paprika im Supermarkt steht und eher nach Farbpigment aussieht als nach Medizin, ist eines der am besten untersuchten Naturmittel überhaupt. Und je tiefer man eintaucht, desto absurder erscheint es, dass wir es nicht längst wie selbstverständlich in unseren Alltag eingebaut haben.

Bevor wir über Forschung sprechen, lass uns ganz kurz dorthin schauen, wo Kurkuma eigentlich herkommt. Denn dieses gelbe Pulver ist kein Trend, kein Superfood der Neuzeit, sondern ein Gewürz, das seit mindestens 3.000–4.000 Jahren verwendet wird – vermutlich sogar länger. In alten indischen Schriften wie dem Atharvaveda (ca. 2.000 v. Chr.) taucht Kurkuma bereits auf, damals noch als heilige Pflanze, Schutzsymbol und Heilmittel. Die ayurvedische Medizin nutzt es seit der Frühzeit gegen „Kapur“, ein Sammelbegriff für Beschwerden, die wir heute als Entzündungen, Schwellungen, Hautprobleme und Verdauungsstörungen verstehen würden.

Und Indien war nicht alleine. Auch in China, in Teilen von Südostasien, in Thailand, Indonesien und später im arabischen Raum wurde Kurkuma als Pflanze verehrt, als Farbstoff geschätzt und als Heilmittel eingesetzt. Man nutzte die Wurzel bei Wunden, Hautreizungen, Verdauungsbeschwerden, Menstruationsproblemen, Gelenkschmerzen – also genau bei den Dingen, bei denen wir heute wissen: Da steckt fast immer ein entzündlicher Prozess dahinter.

Ich liebe solche Geschichten: Ein Gewürz, das Jahrtausende überlebt hat, benutzt in Küchen, Tempeln und kleinen Dorfpraxen gleichzeitig. Nicht, weil jemand Werbung dafür machte – sondern weil Menschen über viele Generationen beobachtet haben: „Das tut uns gut.“

Und manchmal ist das die beste Evidenz, die wir haben, noch bevor die Wissenschaft aufholt.

Es gibt Dinge, die wirken viel zu simpel, um wirklich etwas zu bewegen. Kurkuma gehört dazu…

Kurkuma ist kein Produkt, das irgendeine Wellness-Industrie teuer verkaufen müsste. Es ist ein Gewürz. Punkt. Du kannst es übers Gemüse streuen, in deine Suppe rühren oder einfach in ein Glas Wasser geben. Es braucht keine perfekte Zubereitung, kein Rezept, keine komplizierten Regeln. Ein Teelöffel am Tag. So unspektakulär. Und so wirksam.

Denn Kurkuma wirkt dort, wo heute viele unserer Probleme beginnen: bei den stillen Entzündungen.

Stille Entzündungen sind wie ein Rauchmelder, der piepen müsste – aber nicht piept. Du siehst nichts, du fühlst oft nichts, aber im Hintergrund arbeitet ein kleines Feuer. Es frisst Energie, es macht schläfrig, es reizt dein Immunsystem und es beschleunigt Prozesse, die wir eigentlich bremsen wollen: Alterung, Gewebeabbau, Stoffwechselstörungen.

Und genau hier zeigt Kurkuma immer wieder Wirkung. Je mehr Studien man dazu liest, desto klarer wird ein Muster: Menschen, die regelmäßig Kurkuma essen, haben niedrigere Entzündungsmarker, stabilere Darmwerte und oft sogar bessere Stoffwechselparameter. Und das ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Das ist die Art von Gesundheitstool, die ich liebe: klein, harmlos, unscheinbar – aber mit großer Wirkung, wenn man es regelmäßig nutzt.

Braucht man Piperin wirklich?

Die Geschichte mit dem Pfeffer kennst du vielleicht. Lange Zeit hieß es: „Kurkuma wirkt nur richtig mit Piperin!“ – also mit dem scharfen Stoff aus schwarzem Pfeffer, der die Aufnahme von Curcumin verbessern soll. Und ja, es stimmt: Curcumin ist schwer löslich und wird im Darm schnell wieder abgebaut.

Aber – und hier wird es spannend – viele aktuelle Studien finden trotzdem Effekte, auch ohne Piperin. Wie kann das sein, wenn im Blut kaum Curcumin ankommt? Weil wir lange an der falschen Stelle gesucht haben. Vielleicht muss Curcumin gar nicht ins Blut. Vielleicht wirkt es genau da, wo es bleibt: im Darm.

Vielleicht wirkt Kurkuma ganz anders als gedacht – nämlich im Darm

Der Körper nimmt tatsächlich nur winzige Mengen Curcumin ins Blut auf. Der Rest bleibt im Verdauungstrakt – und genau hier beginnt die Geschichte, die Kurkuma plötzlich plausibel macht.

Denn im Darm wohnen die eigentlichen Heldinnen unseres Immunsystems: unsere Bakterien.

Sie bestimmen, wie gut wir Nährstoffe aufnehmen, wie stabil unser Blutzucker bleibt, wie unsere Darmbarriere funktioniert – und ob das Immunsystem friedlich arbeitet oder auf Angriff geschaltet ist.

Kurkuma wirkt dort wie ein kleines Buffet für die guten Bakterien.

Studien zeigen, dass Kurkuma:

• die Vielfalt des Mikrobioms erhöht

• Butyrat-produzierende Bakterien fördert

• die Darmbarriere stärkt

• die Entzündungsbereitschaft im Darm senkt

Und Butyrat – das Lieblingsessen der Darmzellen – ist ein echter Gamechanger. Es beruhigt die Schleimhaut, unterstützt die Regeneration und sorgt dafür, dass weniger entzündliche Stoffe in den Körper gelangen. Wenn der Darm entspannter ist, entspannt sich der Rest des Körpers gleich mit.

Das erklärt, warum Kurkuma selbst dann wirkt, wenn im Blut kaum etwas messbar ist.

Die Magie passiert im Mikrobiom – und für diese Wirkung braucht es keinen Pfeffer.

Wenn Kurkuma hauptsächlich über den Darm wirkt, dann heißt das:

• Du darfst es einfach als Gewürz benutzen.

• Du musst nichts kombinieren oder optimieren.

• Ein Teelöffel reicht, wenn du es regelmäßig machst.

Die beste Gesundheitsmaßnahme ist oft die, die du durchhältst. Und Kurkuma ist einfach. Preiswert. Alltagstauglich. Keine Ausreden.

Bei welchen Beschwerden kann Kurkuma unterstützen?

Kurkuma ist kein Medikament. Es ersetzt keine Therapie. Aber es wirkt entzündungsmodulierend, darmberuhigend und immunregulierend – und genau diese Mischung macht es zu einem starken Partner bei Beschwerden, die durch stille Entzündungen geprägt sind.

Es ist ein Baustein – aber ein ziemlich interessanter.

Die Studienlage ist je nach Erkrankung unterschiedlich stark. Grob kann man sagen:

Gelenke und Bewegungsapparat

• Bei Kniearthrose zeigen mehrere Studien und Meta-Analysen, dass Curcumin Schmerzen und Steifigkeit besser lindert als Placebo und teilweise ähnlich wirkt wie klassische Schmerzmittel – bei weniger Nebenwirkungen.

• Daten zu rheumatoider Arthritis sind kleiner, aber es gibt Hinweise auf weniger Schmerzen und geringere Entzündungsaktivität (immer nur als Zusatz zur Standardtherapie).

Darm und Verdauung

• Bei Ulcerativer Colitis konnte Curcumin als Zusatz zu Mesalazin die Remissionsrate erhöhen und Schübe verringern.

• Beim Reizdarm und bei funktionellen Verdauungsbeschwerden berichten viele Patient:innen von gebesserten Symptomen; die Daten sind noch heterogen, aber physiologisch plausibel (Darmbarriere, Mikrobiom).

Stoffwechsel & Gewicht

• Bei Menschen mit Übergewicht, Fettleber oder Typ-2-Diabetes konnte Curcumin in Studien Entzündungsmarker, Leberwerte und einige Stoffwechselparameter verbessern.

• Besonders spannend ist die Kombination: Gewichtsreduktion + Curcumin → hier sieht man teilweise stärkere Effekte auf das Mikrobiom (z. B. mehr Butyrat-Bakterien).

Herz & Gefäße

• Meta-Analysen zeigen, dass Curcumin Entzündungsmarker wie CRP, oxidativen Stress und einige Gefäßparameter (z. B. Pulswellen-Geschwindigkeit) verbessern kann.

• Das passt gut zu der Idee, dass Kurkuma leise Gefäßentzündungen und damit Herz-Kreislauf-Risiken mit beeinflussen kann.

Haut, Immunsystem, Gehirn

Hier ist die Studienlage dünner, aber es gibt Hinweise – und viel Plausibilität über den Darm-Immunsystem-Gehirn-Zusammenhang:

• Haut: Akne, Rosazea, Psoriasis – überall, wo Entzündung eine Rolle spielt, könnte ein ruhiger Darm und ein weniger „gereiztes“ Immunsystem indirekt helfen, zum Beispiel bei

• Hashimoto-Thyreoiditis

• Multiple Sklerose

• Psoriasis-Arthritis

• Rheumatoide Arthritis

• Zöliakie (neben strikter glutenfreier Ernährung)

• Autoimmunhepatitis

• Gehirn: erste Daten deuten an, dass Entzündungsreduktion und Mikrobiom-Veränderungen auch Stimmung, Konzentration und „Brain Fog“ positiv beeinflussen können.

Die Studienlage gibt hier leider wenig bis nichts her…dennoch:

Kurkuma balanciert. Und das ist oft genau das, was Autoimmunprozesse brauchen: mehr Ordnung, weniger Grundrauschen. Weniger stille Entzündung bedeutet oft weniger „Grundrauschen“.

Die Wechseljahre – die unterschätzte Entzündungsphase

Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen: Östrogen ist ein entzündungshemmendes Hormon.

Wenn es sinkt – und das tut es in den Wechseljahren nicht wie ein Fahrstuhl, sondern wie ein Fahrstuhl mit Kabelbruch – wird der Körper empfindlicher für Entzündungen.

Die Folgen:

• Gelenkschmerzen

• Schlafprobleme

• Stimmungsschwankungen

• Gewichtszunahme

• Hitzewallungen (ja, auch die haben entzündliche Komponenten!)

• Hautprobleme

• Erschöpfung

Kurkuma ist hier kein Wundermittel – aber ein verlässlicher kleiner Helfer, der den Hintergrundlärm reduziert. Ein Körper, der weniger entzündet ist, reagiert stabiler. Auch in hormonellen Übergangszeiten. Direkte Studien sind noch rar, aber die Mechanismen sprechen dafür, es als Begleiter einzusetzen.

Wie kannst du Kurkuma einfach in deinen Alltag integrieren?

Es gibt keine perfekte Art. Nur eine regelmäßige.

Ein paar simple Ideen:

• ein Teelöffel Kurkuma in Joghurt oder Müsli

• ins Curry, in Gemüsepfannen oder Suppen rühren

• in der Schleichweg-Mischung

• eine goldene Milch am Abend

• über Ofengemüse streuen

• in Hummus oder Joghurt-Dips

Wenn du einmal angefangen hast, wirst du merken, wie leicht es ist.

Der Geschmack ist mild, warm, erdig – und erstaunlich universell.

Kurkuma ist eines dieser Gewürze, das viel zu bescheiden für das ist, was es leistet.

Es kostet fast nichts, es tut kaum jemandem weh, und es hat eine Forschungsbasis, die viele Nahrungsergänzungsmittel blass aussehen lässt.

Die eigentliche Überraschung ist, dass seine Wirkung nicht unbedingt im Blut entsteht, sondern im Darm – dort, wo so viele Entzündungen ihren Anfang nehmen. Ein Teelöffel täglich kann tatsächlich etwas verändern. Nicht, weil Kurkuma magisch wäre, sondern weil du damit jeden Tag deine Darmbakterien fütterst, die wiederum dich gesund halten wollen.

Wenn du es ernst meinst mit deinem Körper, starte ruhig mit den einfachen Dingen. Oft sind sie viel wirksamer, als du denkst.

Was ist gesichert? Was ist plausibel? Was bleibt offen?

Gesichert:

Kurkuma wirkt entzündungsmodulierend, antioxidativ und darmstärkend. Es beeinflusst das Mikrobiom und unterstützt die Darmbarriere.

• Kurkuma/Curcumin hat entzündungsmodulierende und antioxidative Effekte in Zellen und Tiermodellen.

• Meta-Analysen zeigen eine Senkung von Entzündungsmarkern wie CRP, IL-6, TNF-α bei verschiedenen Risikogruppen.

• Curcumin kann bei Kniearthrose und als Zusatz bei Ulcerativer Colitis klinisch relevante Verbesserungen bringen.

• Kurkuma beeinflusst das Mikrobiom und fördert u. a. butyratbildende Bakterien.

Plausibel aber noch nicht perfekt durch große Studien belegt:

Viele seiner Effekte – von Gelenken bis Stimmung – erklären sich über die Achse Darm–Immunsystem–Stoffwechsel.

• Ein Großteil der positiven Effekte entsteht über die Darm–Mikrobiom–Immunsystem-Achse, nicht nur über das, was im Blut messbar ist.

• Kurkuma kann stille Entzündungen in verschiedenen Organ-Systemen gleichzeitig etwas „herunterregeln“, vor allem in Kombination mit einem insgesamt entzündungsarmen Lebensstil (Bewegung, Schlaf, Ernährung).

Offen:

• Exakt wie viel Kurkuma ein einzelner Mensch braucht, um messbare Effekte zu sehen.

• Wie stark der Nutzen bei einzelnen Erkrankungen im Vergleich zu Standardtherapien ist.

• Ob für bestimmte Indikationen eine gezielte Formulierung (z. B. mit Piperin oder als spezielle Extrakte) tatsächlich mehr bringt als eine gute, regelmäßige Ernährungsintegration.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der letzten Jahre: Kurkuma muss nicht zwingend in hohen Mengen im Blut schwimmen, um zu wirken. Es arbeitet sehr wahrscheinlich dort, wo viele Probleme beginnen: im Darm, über deine Darmbakterien und dein Immunsystem.

Ein Teelöffel am Tag ist eine der einfachsten Maßnahmen, um dem Körper jeden Tag einen kleinen anti-entzündlichen Schubs in die richtige Richtung zu geben.

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Quellen

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12. Shah NC. Curcuma longa (Turmeric): A condiment of great therapeutic value… J Nat Ayurvedic Med. 2021. https://medwinpublishers.com/JONAM/curcuma-longa-turmeric-a-condiment-of-great-therapeutic-value-tested-with-the-ayurveda-up-to-the-modern-medicine.pdf

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Eva Gröne

Eva ist seit über 25 Jahren Apothekerin und Ernährungsprofi.Sie verbindet wissenschaftliche Präzision mit praktischer Erfahrung und zeigt, wie man durch bewusstes Essen den eigenen Körper verstehen und stärken kann. In ihrer Arbeit begleitet sie Menschen, die ihre Ernährung als Schlüssel zu mehr Gesundheit und Klarheit nutzen wollen.

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